Zum Inhalt springen

Meine Reisen und ich – heute: Barcelona

12. April 2011
von jekylla

Sie wissen ja. Muddi, ich, Barcelona. Sollte eine Art alternative Geburtstagsparty werden. Zunächst lief auch alles prima. Was ja bei mir/uns auf Reisen nicht selbstverständlich ist, nach dem Prinzip „Irgendwas is immer“. Flug war pünktlich, wir auch drauf, der Aerobus Richtung Innenstadt war sofort am Start in Barcelona, erste Station Sagrada Familia, das legendäre Bauwerk, das Senor Antoni Gaudi 1882 begonnen hat und das dann ca. 2026 fertig sein soll.

Was aber schon fertig ist, ist wirklich wunderschön. Ich bin kein passionierter Kathedralen- oder Kirchenbesucher, aber diese Basilika ist nicht nur architektonisch sehr beeindruckend, sondern auch noch sehr hübsch. Erinnert partiell an Hundertwasser, von den verspielten Ideen her, die Lichteffekte sind sensationell – was ich natürlich aufgrund meiner fotografischen Defizite wieder mal nicht angemessen wiedergeben konnte. Zwei, drei Beispiele dennoch, Sie verzeihen die Qualität, denken Sie es sich bitte so schön wie es war oder fahren Sie selbst mal hin.

Die kleinen Bilder gehen mit Klick auch größer. Wenn man das will. Schönere Bilder, also richtig schöne, gibt es hier.

Sollten Sie selbst mal hinfahren, empfehle ich Ihnen allerdings, Wertsachen möglichst an empfindliche Körperteile zu tackern, so dass Sie es auf jeden Fall bemerken würden, wenn jemand dran zieht. Ich hatte meinen wertvollsten Wertgegenstand in meiner Handtasche, die ich in den ersten Stunden wie ein Luchs im Auge hatte. Nicht jedoch in der Metro Linie L2 Richtung Passeig de Gracia, wo es im Wagen sehr voll war. Und ehe man sich es versieht, ist man in einem Geschiebe und Geschubse, hat keinen Halt, schwankt mal hierhin und mal dahin – und die beiden harmlos anmutenden Frauen mittleren Alters ziehen die Geldbörse aus der Tasche, machen sogar den Reißverschluss schön ordentlich wieder zu und entschwinden unbemerkt. Muddi und ich hingegen entschwanden -bis dahin noch frohgemut- Richtung Santa Maria del Mar, die in der Nähe des Hotels liegt, da war aber zu, dementsprechend dann doch zunächst ins Hotel.

Dort habe ich dann bemerkt, dass das Portemonnaie fehlt, als wir im Hotel einchecken wollten und ich meine Kreditkarte zücken wollte. Stellen Sie sich einen gefühlten Blutdruckanstieg von entspannten 100/60 auf 250/100 in maximal einer Sekunde vor. In der Sekunde, in der ich realisierte: „WEG!“ Innerhalb von weiteren fünf Sekunden erreichte ich eine gefühlte Körpertemperatur von ca. 51 Grad. Im Schatten. Dem völlig konsternierten Hotelmann erklärt, dass hier gerade so richtig der Baum brennt, er verstand das trotz meiner eher leidlichen Spanischkenntnisse und übte sich in Geduld. Während ich hektisch nach den passenden Telefonnummern zur Sperrung von diesem und jenem im Handyinternet suchte, dazwischen mich nicht entscheiden konnte, ob ich fluchen oder heulen soll und letztlich beim Fluchen blieb, erklärte der Hotelmann dann noch, dass das gebuchte Zimmer übrigens kein Fenster hat und darüber hinaus eher die Größe einer Hasenkiste. Ich habe ihn relativ schnell überzeugen können, dass es für alle Beteiligten besser wäre, wenn er ein neues Zimmer beschaffen könnte. Ich denke, in meinem mittlerweile optisch wie akkustisch relativ aufgelösten Zustand habe ich überzeugend gewirkt. Hotelmann bot an, während wir zur Polizei zwecks Anzeige unterwegs wären, würde er uns sein schönstes Zimmer zurechtmachen. Auch wegen Geburtstag und so. Wir also Richtung Ramblas, auf vage Richtungserklärungen sehr schnell sprechender spanischer Pferdetaxifahrer, Menschen in Barcelona-Fussballtrikots und Standbetreiber dann auch Polizeirevier gefunden. Und wissen Sie was? Gleich wenn Sie da reinkommen, gibt es einen Schalter, da passiert nichts anderes als die Aufnahme von Diebstahlsanzeigen. Und wissen Sie noch was? Da gibt es eine Warteschlange! Menschen ohne iPod, iPhone, Geldbörsen, Sonnenbrillen, Brieftaschen, aber mit Nerven, und zwar am Anschlag, in rauhen Mengen. Und ein einsamer junger Mann plus ein katalanischer Polizeibeamter im Diskurs mit allen Nationalitäten.

Der junge Mann, der die Erstaufnahme betreut, sieht Original aus wie ein Zwilling von Herrn @Gesundbrunnen! Und spricht (mindestens) fünf Sprachen fließend. Und zwar so fließend, dass man kaum die Übergänge mitbekam, während er vier Geschädigte in vier Sprachen gleichzeitig versorgte und dabei katalanisch mit dem ihm beigeordneten Polizisten sprach. Der Mann ist an dieser Stelle irgendwie verschwendet, man muss aber zugeben, das hat er extrem gut im Griff gehabt.

Danach also mit einer neuen Identität versehen zurück zum Hotel, mit Umweg über die Kathedrale Santa Maria del Mar, jetzt geöffnet. Nach der Sagrada allerding eher etwas enttäuschend, aber dennoch sehr schön. Vorm Hotel (man musste immer eine Handynummer anrufen, damit einem aufgetan wurde, ohne Schlüssel kein Einlass) festgestellt, dass das Handy akkumässig in den letzten Zügen lag. Natürlich genau dann nur die Mailbox des Hotelmanns. Ich sah uns schon ohne Gepäck und ohne Zimmer im Viertel herumirren, während der Warnton des Handys immer eindringlicher wurde. Endlich ging er dran. Zimmer fertig. Schönes Zimmer. Mitten im Barrio Gotico, einem Stadtteil, wo das Leben tobt. Dann Ladegerät angeschlossen. Festgestellt, falsches Ladegerät erwischt. Genug der Glückwünsche empfangen, Handy tot.

Nach kurzer Entspannungsphase neues Ladegerät gekauft (erstaunlich günstig und es funktionierte) und endlich den schönen Dingen des Tages zugewandt: Hafen, Restaurant, Paella, Sangria und Sangre de Toro. Dass die Rückreise nur unter Vorlage der Diebstahlsanzeige (meinem einzigen Identitätsnachweis) möglich war und auch ein klitzekleinesbißchen komplizierter, muss ich nicht näher erwähnen, oder? Dennoch, insgesamt war Barcelona schön. Das „Schnupperwochenende“ hat zwei Erkenntnisse gebracht: wir müssen nochmal ausführlicher hin und wir müssen deutlich vorsichtiger sein. Es gibt noch viel zu sehen in und um Barcelona, eine Reise lohnt sich auf jeden Fall, wir hatten Spaß -also vor und nach der Episode mit der Polizei- und bis auf zwei Menschen aka Trickdiebe waren alle superfreundlich, hilfsbereit und nett. Die Nähe zum Meer ist natürlich eine ganz eigene Attraktion, ich lieber Wasser in Form von Meer und Flüssen im Urlaub und ja, ich habe viel zu wenig Fotos gemacht. Sehen Sie es mir nach, dass ich meine Kamera dann doch im weiteren Verlauf im Hotelzimmer zurückgelassen habe. Man weiß ja nie….

Angekommen gegen 14.00 Uhr, ab zum Ponyhof. Grilltag der Neuzugezogenen. Und wem fällt ein Goldinlay aus dem Backenzahn in den Nudelsalat? 100 Punkte. Ein großartiger Abschluss eines großartigen Wochenendes. Ich erspare Ihnen die Zitate meiner Flüche, Sie wären zu schockiert.

Aber das Beste an diesem Wochenende waren meine Blicke auf den twitter-Account, Facebook und Emails/SMS.

Meine lieben Alle, Sie ahnen vielleicht jetzt erst, wie sehr ich mich über Ihre Glückwünsche gefreut habe, die ich natürlich so einzeln übers Handy nicht beantworten konnte bzw. mich bedanken. Was ich aber dennoch nicht versäumen will, zwar nicht jedem einzeln und explizit, aber nochmal hier. Meiner sehr angekratzten Laune haben Sie sehr gut getan, mit den lustigen Videos und den charmanten Sprüchen (auch hier keine Einzelheiten).

Vielen lieben Dank als auch an dieser Stelle an meine Lieblingsgefollowten bei twitter:

HansW_Metzger, peer_arne, cerbifc,  miradlo, TaschaCL, gawd668, theswiss, FrauRausHH, probek, moppelkotzer, SarahKiez, pathologe, Fleetmaus, 2Takter, xeniCds, baziblogger, Paul_in_Hamburg, quotenrocker, stadtneurotikr, ol_sen, kleinertod, AdamaBergerac, bhuti, blogLK, SanktPauli1910, peddi_hh, norge_troll, Curi0us, forzaUSP, Murmeltiertag, Flockheimer, heinzkamke, Foxxibaer, michaelhein, ring2, rim_light, bucanero1910, Hellprayer2_0, diepauliane, unverlierbar, MAGsein, tobybaier, cHHrissi

und die Freunde bei facebook:

Bodo, Jessica, Thomas, Karsten, Sebastian, Malte, Jürgen, Hajo, Lars, Robert, Mo Digi, Gerhard, Alexandra, Sarah Kristin, Jens, Christoph, Neon Hamburg, Ute, Tanja, Natascha, Steffi, Paul, Peter, Jürgen KI, Drei im Weggla, Julia, Kiki, Thomas, Markus, Thilo, emju, Stefan, Gabi, Bernhard, Katja, Michél

(diesen Leuten können Sie übrigens allen bedenkenlos auf twitter folgen oder auf Facebook adden, eine absolute Bereicherung der täglichen „Timeline“ und auch in echt…)

und die auf anderem Wege:

sparschaeler, kuschelpunker, Madame Larousse, Claudia, Britta, Danny, Sebbi, Alex und Caro, Michi, Angelika, Norbert und sin Fru, die Jungs vom Feuerwerkforum, Tom, Matthias, Michael.

Gerade an diesem Wochenende war das besonders schön und helped me make it through the day.

:)

Glücksschokolade – Bloggeraktion

23. März 2011
von jekylla

Heute erreichte mich von der Frau @terrorzicke über ihr Blog ein Geschenk (vielen Dank!!!), das nicht nur meinen Schokoladengeschmack trifft, sondern auch gleichzeitig mit einer Spendenaktion für Japan verbunden ist.

Die Inhaber der Firma mySwissChocolate haben sich

>hier< 

eine Bloggeraktion einfallen lassen, die ich natürlich gerne unterstütze. Zumal ich damit 10 weitere Blogger mit lecker Schoggi bedenken kann, die da wären:

Frau Elise von Extrablatt

Frau Bhuti von Bhutis Gemischtwarenhandlung

Herrn Markus von textundblog

Frau Utele von miradlo

Frau creezy von Holyfruitsalad

Frau Indica von Frau Indica

Herrn Foxxi von Foxxis Blog

Herrn Erik von Ringfahndung

Herrn Curi0us von Curi0usities

Frau Kiki von e13

Würde mich freuen, wenn die Beschenkten weiterschenken, also wie erwähnt, alle Einzelheiten, wie das funktioniert, gibt es bei den Herrn von mySwissChocolate hier.

Die Sonne ging auf. Heute morgen ab 08.30 Uhr.

16. März 2011
von jekylla

Wer die Vorgeschichte nicht kennt, kann hier mal kurz nachlesen, dass mein Pferd und bester Freund und Familienmitglied vor fast genau einem Jahr einem Hufpfuscher in die Hände gefallen ist und seitdem größte Probleme hatte, ich mittlerweile erstinstanzlich den Prozess gewonnen habe, er allerdings im Februar wieder stark lahmte, inklusive Klinikbesuch etc.

Nachdem ich mir fast keinen Rat mehr wusste, erzählte mir mein neuer und sehr guter Schmied, der nach dem Klinikbesuch die Erstversorgung gemacht hatte, dass er an einem Seminar für Schmiede bei einem der bekanntesten Hufschmiede (und Tierarzt) Europas aus Italien Dr. Hans Castelijns

belegen würde ab März und der immer mal „Vorführpatienten“ brauche für die Kurse

und er da ja mal fragen könnte, ob man den Kleinen mitbringen könnte. Ich wollte ihm die Telefonkosten zur Erklärung der ganzen Geschichte sparen und schrieb dem Hufschmied eine Mail mit einem aktuellen Röntgenbild, erzählte die ganze üble Geschichte und rechnete erstmal mit nichts. Dreissig Minuten später klingelt das Telefon, Italien calling. Er. Längeres Gespräch, er so: „Also, die Krankheit Ihres Pferdes wäre erst in dem Kursteil im Juli dran, da Sie aber sicher nicht so lange warten wollen, biete ich Ihnen an, dass Sie einen Tag vor dem ersten Kurs (also heute) mit dem Pferd kommen und ich kümmere mich drum, weil ich schon einen Tag vorher anreise.“ Supernett, sehr gerührt von meiner Sorge um das Pferd -perfekt. Mit dem Betreiber der Anlage, auf der der Kurs stattfinden sollte, Termin ausgemacht. Große Klasse, dachte ich, erzähle das meinem Schmied, der sich spontan freinahm, allen Kunden absagte für heute und dazu noch das Pferd gefahren hat. Heute morgen um 06.30 Uhr dann also los.

Wir also dort angekommen, der Meister stellt sich als ebenso sympathisch und freundlich wie am Telefon raus und langer Rede kurzer Sinn: drei Schmiede, drei Stunden, alles gut. Die Vorarbeit, die mein Schmied geleistet hat, war hervorragend, es gab noch etliche verbesserungsrelevante kleine Tipps und Finessen zur Optimierung für ihn, eine Menge Erklärung, eine faszinierende Einweisung in High-Tech-Material

begeisterte Äußerung über den sonstigen Gesundheitszustand des Pferdes und dass er grottenkreuzbrav war die ganze Zeit. Heilungsprognose SEHR GUT, er ist ab jetzt wieder langsam antrainierbar nach vier Wochen, in denen er NICHTS durfte und vor Langeweile gestorben ist. Nächster Beschlag durch meinen Schmied, der jetzt alles Benötigte am Start hat, der Beschlag darauf findet im Rahmen des Kurses statt und kostet deswegen NULL NADA NICHTS und er ist mehr als zuversichtlich, dass das Leiden meines Herzblatts ab heute definitiv ein Ende hat.

Wenn Sie wüssten, wie glücklich mich das macht nach all den Monaten, wo ich immer nur zuschauen konnte, wie es nicht besser wurde, ich nicht wusste, ob er überhaupt wieder auf die Beine kommt, ihm nicht klarmachen zu können, warum er nichts darf und nichts tun soll und keinen Spaß mehr hat und jetzt das – HAMMER. Das ist wie ein Sechser im Lotto, halt eben ohne Geld, aber das Gefühl muss ähnlich sein. Und stolz bin ich auch, dass er die ganzen drei Stunden heute ein wahrer Musterpatient war, so dass wir dann auch wiederkommen können und die Heilung fast komplett von diesem absoluten Experten begleiten lassen können und mein Schmied darüberhinaus auch noch einen halben Tag Privatunterricht eingesogen hat wie ein Schwamm.

Ich weiß nicht, wie ich ihm danken soll, ohne ihn wären wir ja schon mal gar nicht so weit gekommen, dass uns noch jemand hätte helfen können, aber das heute war wirklich ganz groß. Ich danke allen, die in den vergangenen Monaten immer wieder Daumen gedrückt haben und sich für mich und ihn gewünscht haben, dass das alles irgendwie wieder in Ordnung kommt, und das heute ist mehr als nur ein Lichtstreif am Horizont, die Sonne scheint :-)

Mein Vater hat immer gesagt…

7. März 2011
von jekylla

Kind, wenn Du schon lügst, dann mach es wenigstens so, dass ich nicht das Gefühl habe, dass Du mich für blöd hältst.

Meine Eltern waren nicht so naiv zu glauben, dass ihre Tochter nie schwindelt, um die kleine harmlose Schwester von Lügen zu verwenden.

Aber das Zitat war meines Vaters Prämisse. Nichts hätte ihn mehr geärgert, wenn eins meiner Schwindelkonstrukte so angelegt gewesen wäre, dass es bei Aufdeckung eine Beleidigung seiner Intelligenz gewesen wäre. Dass ich so unkreativ und wenig bemüht bei der Planung vorgegangen bin in der Annahme, dass er zu dumm ist, das zu checken und mir eh nie drauf kommt und ich mir deswegen auch keine Mühe geben muss.

In meinen wilden Zeiten gab es eine Disco, die war sowas wie „Kneipa non grata“ in aller Eltern Augen. Und natürlich sollte ich da nicht hin. Und natürlich habe ich es trotzdem getan. Und die kompliziertesten Alibis drumherum gewickelt, die ich so konstruieren konnte. Die auch abgefragt wurden. Wasserdicht hinterlegt. Und dennoch kam mein Vater dahinter durch einen blöden Zufall und sprach mich darauf an. Hatte die Wahl, weiter zu versuchen, mich rauszureden, aber ich gab es auch sofort zu, gefangen, gehangen. Erwartete ein Donnerwetter vom Feinsten, aber das blieb aus. Lediglich die Feststellung, dass er bereits wußte, dass ich über meine Samstag Abend Aktivitäten nicht die Wahrheit gesagt hatte. Dass er aber dennoch einen gewissen Respekt vor meiner akribischen Planung habe und das ohne den Zufall das nie herausgekommen wäre. Aber am meisten spräche für mich, dass ich nicht versucht hätte, mich weiter rauszuwinden.

Natürlich gab es zwei Wochen Wochenendausgehverbot. Und Dauerküchendienst in dieser Zeit. Aber kein Donnerwetter. Damit war das Thema durch.

Warum ich das erzähle? Wäre Karl-Theodor meines Vaters Sohn gewesen, hätte er gelernt, dass das Lügen per se noch keine unheilbare Katastrophe ist, weil wir alle schon gelogen haben und es sicher auch wieder tun. Dass aber das Lügen dann zu einer unheilbaren Katastrophe wird, wenn man erwischt wird und dennoch weiter lügt. Dass man den, den man belogen hat, auch noch zusätzlich beleidigen kann, in dem man ihm das Gefühl vermittelt, man hielte ihn für so dumm, dass er das nicht erkennt, obwohl es offensichtlich ist.

Mein Vater hat mir beigebracht, dass es für ihn kaum einen Fehler gibt, den er nicht verzeihen könne, aber dass er erwarte, dass man zu seinen Fehlern steht. Und zwar kompromisslos von vorneherein. Ohne Beschönigung. Einfach sagen: ich habe Mist gebaut, ich weiß, dass ich das nicht hätte tun sollen,  ich habe es trotzdem gemacht, weil ich dachte, damit komme ich durch/es passiert schon nichts/es schadet ja keinem/es ist doch nicht so schlimm. Ich habe mich geirrt, das war falsch und es tut mir leid. 

Was mich betrifft -und nur was mich betrifft- hätte Karl Theodor z.G. an dem Tag des ersten Interviews zu den ersten „freigelegten“ Passagen seiner Doktorarbeit einfach Farbe bekennen sollen. Freimütig, unverhohlen, klar und deutlich. „Ja, ich habe mit unlauteren Mitteln damals meine Doktorarbeit gestaltet, ich war überfordert und wusste mir nicht anders zu helfen. Ich hätte niemals zu diesen Mitteln greifen dürfen, das weiß ich heute auch und es tut mir leid. Ich bitte die Universität Bayreuth um sofortige Aberkennung des Titels und werde diesen selbstverständlich ab sofort nicht mehr führen, weil ich ihn mit unlauteren Mitteln erworben habe. Ich bitte Sie alle um Entschuldigung und hoffe, dass Sie mir dennoch weiter Ihr Vertrauen schenken können. Ich darf das nicht erwarten, ich darf es nur hoffen.“

So, in dem Stil etwa. Und ich hätte gedacht, hey Kalle, das nenn ich aber mal Arsch in der Hose. Best defense is offense. Da hätte ich gedacht, dass das meinem Vater „gefallen“ hätte. Die Täuschung an sich war damals, als das Internet noch nicht so verräterisch war, ja relativ wasserdicht.

Aber was Karl-Theodor stattdessen gemacht hat, diese Salamienthüllungstaktik, war eine Beleidigung an den Intellekt derer, die sich um Aufklärung und Klarstellung bemühten. Ist eigentlich auch eine Beleidigung in Richtung der vielen Guttenberg-Befürworter, die immer noch nicht begreifen wollen, was genau der Herr zu Guttenberg falsch gemacht hat. Er hält sie für dumm genug, nicht zu begreifen, was eigentlich der wirklich fatale Fehler war. Nicht in erster Linie der Betrug an der Doktorarbeit, obwohl das natürlich schlimm genug war. Sein Verhalten danach ist der Grund, warum ich ihm das nicht verzeihen kann: er hielt uns alle für gläubige BILD-Leser, denen man einfach alles erzählen kann und bei denen man mit jeder noch so abstrusen Lüge durchkommt. Bei vielen hat er bis heute Recht behalten. Bei vielen anderen nicht. Und die haben ihn letzten Endes eines Besseren belehrt, weil sie ihm das -jenseits des wissenschaftlichen Betrugs- noch mehr übel genommen haben als alles anderes. Zumindest ging es mir so. Mein Vater hatte eben Recht.

Edit: Damit man mich nicht falsch versteht (was direkt dem Herrn Curi0us auch passiert ist) hier eine Ergänzung:

Mein Wochenendausgehverbot und der Dauerküchendienst damals sind in natürlich der Vergleich zum Rücktritt vom Ministeramt. Der Schwere des Vergehens angepasst. Mir ging es nur darum, wie Karl-Theodor wenigstens mit Arsch in der Hose aus der Nummer hätte abgehen können. Dass er gehen musste, ist für mich unstrittig, nur die Art und Weise war dann auch noch sehr armselig.

Tach, ich bins bloss

3. März 2011
von jekylla

Ja, ich weiß. Lange Pause. Den Umständen geschuldet. Aber es hat sich einiges geändert und hier wird wieder öfter mal was passieren. Was, weiß ich natürlich nicht, kommt eben auf das an, was passiert. Und ob.

Update in Sachen Pferd: einen Tag vor dem Rechtswirksamwerden des Urteils zu unseren Gunsten hat der Pfuscher Berufung eingelegt. Ich weiß zwar nicht, was er sich davon verspricht, nachdem er schon erstinstanzlich unter denkbar schlechten Bedingungen für uns verloren hat, aber bitte. Das macht das Ganze noch kostspieliger. Vermute, der Richter der zweiten Instanz wird einen Gutachter heranziehen, ist mir Recht, ich bin gerüstet.

Und auch noch kriegerischer als zuvor, denn wer gedacht hat, die Leidensgeschichte des geplagten Pferdes sei mittlerweile vorbei: weit gefehlt. Nach plötzlich auftretender Lahmheit brachte ein Klinikbesuch mit Komplettdiagnostik (nein, fragen Sie nicht, was sowas kostet, sonst fange ich an zu weinen) haben sich (Folge-)Schäden herausgestellt, die sehr ernst sind.

Das eine ist eine Hufbeinsenkung mit Rotation das andere eine erneute Zusammenhangstrennung, eine Hohle Wand. Also das, was wir letztes Jahr schon hatten. Da das Pferd lange viel zu steil gestellt war (sowas kann man nicht huschhusch korrigieren), hat sich die letztes Jahr abgetragene Wand entschieden, genauso falsch wieder herunterzuwachsen. Ergebnis: alles wieder weg, sogar etwas mehr als vorher. Das eine ist schon schlimm genug, das andere macht es nicht besser.

Also orthopädischen Beschlag, maximal 30 Minuten Schritt führen auf weichem Boden, ansonsten nada. Das stellt sich zunehmend als schwierig heraus, weil Monsieur Cheval mittlerweile keine Schmerzen mehr hat und der Ansicht ist, ich würde ihn böswillig vom Spaß am Leben abhalten. Dennoch ist er ein vergleichsweise geduldiger Patient, andere wären schon längst durch die Wand gelaufen.

Da das also alles nicht so doll ist und mein Schmied auch gerne noch eine zweite Meinung zu seiner Versorgung hätte, ist das was am Laufen, was am 16.03. Termin hat. Ich sag da mal noch nichts weiter dazu, sondern berichte nach dem Termin. Aber eins vorab: mehr kann ich nun wirklich nicht tun, um eine bestmögliche  Versorgung zu garantieren und alle Möglichkeiten auszuschöpfen.

Ich hoffe, ich habe die Nicht-Equidenaffinen unter Ihnen nicht allzu sehr gelangweilt, aber meine momentane Vollbeschäftigung in Maximalbespaßung hält mich eben auch von vielem anderen ab.

Ansonsten sortiere ich gerade mein Netzleben neu. Es wird einige Veränderungen geben, von denen die meisten wohl nichts mitkriegen werden, ich aber eine Menge mehr reales Leben. Leben in echt. Dazu haben einige Faktoren beigetragen, über die ich mich an dieser Stelle nicht weiter auslassen werde. Et is, wie et is.

Irgendwie fühlt sich das hier aber gut an. So vertraut. So oldschool und back to the roots, um alle Anglizismen reinzubasteln.

Ansonsten alles ok. Und bei Ihnen so?

Justizia pünktlich zu Weihnachten

27. Dezember 2010
von jekylla

Sie erinnern sich? Der Hufpfuscher, der mein armes Pferd in ein Tal der Leiden gestürzt hat, weil er sein Handwerk nicht versteht? Seit Mai war das ja nun vor Gericht. Inklusive dieser unfähigen bestellten Anwältin, die den Anwaltsexperten vertrat, auf den ich so große Hoffnungen gesetzt hatte.

Wie auch immer, rechtzeitig zu Weihnachen, mit Posteingang vom 24.12.2010, kam der Bescheid, dass die Richterin aufgrund der Zeugenaussagen (alle glaubwürdig und zweifelsfrei) und der Dokumentation (nicht alle meine Fotos sind unscharf!) entschieden hat: „das Gericht ist von der Kausalität der Handlung des Beklagten für den Schadenseintritt überzeugt.“

WE WON!!!

Das heißt, er trägt nun die Tierarztkosten (plus Zinsen), muß die Zahlung für den Beschlag zurückzahlen, hat die Gerichts- und Anwaltskosten zu tragen und mein lieber Freund, der Online Redakteur bei der Lokalpresse ist, kann seinen Artikel zum Ausgang des Prozesses freischalten. Darüber hinaus kann ich die Feststellung des Gerichts jetzt teilen, ohne dass man mich der Rufschädigung oder der üblen Nachrede zeihen kann. Das ist schön.

Das macht zwar die Schmerzen nicht wett, die der arme Rocketman ertragen musste und die Mehrkosten für den orthopädischen Beschlag sind da auch nicht drin (die Folgeerkrankung ursächlich nachzuweisen, wäre allerdings schwieriger), aber es ging mir ja von Anfang an nicht ums Geld, sondern ums Prinzip.

Ich freue mich schon, ihn das nächste Mal auf dem Hof zu sehen (ja, in der Tat, dort hat er immer noch zwei Kunden…), ich werde gar nicht so viel Gesicht haben, wie ich breit grinsen möchte. Die Neuigkeit wird sich in den einschlägigen Reiterkreisen sicher schnell rumsprechen, da bin ich komischerweise ganz sicher….

Mein Blogwichtel ist da!

15. Dezember 2010
von jekylla

Die überragende Frau @Claudine machen auch als creezy bekannt, anderen als sleezy oder sneazy, hat sich bereiterklärt, das diesjährige Blogwichteln auszurichten, eine Teilnehmerliste finden Sie hier.
Und irgendwo auf dieser Liste befindet sich auch mein wunderbares Blogwichtel, das sich soviel Mühe für mich gegeben hat, dass ich…. aber lesen Sie erstmal selbst!

——————————————————————————————————–

Stellen Sie sich vor: es ist Weihnachten. Und stellen Sie sich auch vor: sie haben einen Rudolf*. Also ein Huftier. Also einen Braunen. Also mit mehr Hufe dafür weniger Ren im Tier. Mehr so mit Pferd. Und nun stellen Sie sich weiter vor, Ihr Rudolf* hatte eine verdammt schlechte Zeit die letzte Zeit. Sie wollen nur eines und zwar nur das Beste für Ihren Rudolf* und ständig stoßen Sie dabei auf Menschen, die Ihnen vorne herum erzählen, sie würden genau das auch wollen, mitten drinnen Ihnen das Geld aus der Tasche ziehen und hintenrum bekommen Sie mit, dass alles Gute, was Sie für Ihren Rudolf* wollten, dem kleinen Racker nur schlechtes Futter, unschöne Unterkünfte und schlimmstes Schuhwerk einbringt, weil die Menschen schlichtweg doch nicht das gleiche Interesse am Wohlergehen Ihres Rudolfs* hatten wie Sie und dabei dem Pferd ungerührt viel Schaden zumuteten. Ihnen natürlich auch. Was zweitrangig für Sie ist. Ihnen geht es dabei nur um Rudolf*.

Sie würden verzweifeln! Oder zu Hochtouren auflaufen und sich zu Ihrem Braunen in die tierische Reihe einsortieren und zur Löwin mutieren. So wie Jekylla. Daher sehen wir, ihre treuen Leser, ihr höflich nach, dass diese in letzter Zeit – und das ist noch höflich untertrieben – ihr Blog sträflich vernachlässigt hatte. Aber wenigstens hat sie uns mit dem Rudolf*-Drama immer auf dem Laufenden gehalten und so wissen wir wenigstens: Rudolf* geht es wieder gut. Den Menschen, die ihm nichts Gutes antaten, indes eher nicht so. Man sollte sich eben nicht mit einer Löwin anlegen. Schon gar nicht mit einer Löwin, die ein Pferdejunges namens Rudolf’ in ihr großes charmantes Herz geschlossen hat.

Nun kann sich Jekylla natürlich sagen, das Jahr ist rum. Die Dinge scheinen sich wieder zum Guten gewendet haben. Sie hat wirklich für den Braunen getan, was man tun konnte, um den entstandenen Schaden – so es ging – zu minimieren oder gar rückgängig zu machen. Aber was uns Menschen bleibt bei solchen traurigen Erfahrungen, ist die Erinnerung und das Gewissen. Beide plagen uns bis ans Ende unserer Tage. Obwohl Jekylla natürlich weiß, sie hat nach bestem Wissen und Gewissen für den einen, ihr so lieben Rudolf* handeln wollen – und fühlt sich doch, als hätte sie irgendwie versagt.

Der Rudolf* weiß das längst, würde ihr gerne die Traurigkeit nehmen und zeigt ihr das auch; aber eine Eigenschaft von uns Menschen ist, dass wir erst einmal nicht vergessen. Schon gar nicht, was unseren Liebsten Schmerzen zugefügt hat und das Gefühl begleitet uns wie ein schwarzer Schatten und macht das Herz sehr schwer. In solchen Fällen hilft nur ein Procedere, ein Schlussstrich, ein Abschluss. Eine Handlung, die dem „Sünde beichten“ oder „Opfer bringen“ gleich kommt, die aber beiden Parteien nur Freude bringen soll und für einen guten Anfang in eine schöne neue unbelastete neue Zeit stehen soll. Und wie lassen sich am besten die bösen Geister der Vergangenheit aus dem Leben geleiten, als mit einem guten Essen zur Weihnachtszeit zu zweit?

Jekylla ist uns allen als sehr fürsorgliche Pferdebesitzerin bekannt. Aber nur wenige wissen und noch viel weniger ahnen, was Jekylla auch für eine hervorragende Köchin ist! Und da lag es nahe, der Besitzerin dieses weihnachtliche Menü zu empfehlen … und vorzukochen. Beginnen wir mit einem frischen

„Rote-Beete-Birnen-Carpaccio“:

2 kleine reife Birne
2 mittelgroße Rote-Beete-Knollen
1 Ziegenkäse
4-5 Walnusshälften
1 EL Honig
1 EL Zuckerrübensirup
5 EL Walnussöl
2 EL Rotweinessig
Salz und Pfeffer

Es gilt wie immer die Devise mehr Zeit mit dem Pferd an der frischen Luft als für das Pferd in der Küche zu verbringen – daher kauft Jekylla die Rote Beete vorgekocht und schneidet zwei Knollen in hauchdünne Scheiben. Gleiches macht sie mit der geschälten, entkernten und geviertelten Birne und legt die Scheiben beider Zutaten in pferdegefälligem Muster abwechselnd auf den Teller. Sie mischt einen Löffel Honig mit einem Löffel Zuckerrübensirup und einem Löffel Senf mit Salz und Pfeffer und 5 EL Walnuss- oder Olivenöl, bloß ja kein Rapsöl, und 2EL Essig zu einer Vinaigrette und schmeckt mit Salz und Pfeffer ab. Auf das Rote-Beete-Birnen-Carpaccio wird jetzt der Ziegenkäse (alternativ geht auch Frischkäse, Pferde sollen hier- und dort auch mal ein Joghurt mögen, Käse sollte da kein Problem sein – beim Braunen sowieso nicht) gebröckelt, ebenso wie die klein gehackten Walnüsse und beträufelt die Vorspeise mit der Vinaigrette.

Als Hauptgang gibt es …

„Apfel und Lachs im Heu“:

1-2 Tranchen Lachs
1 Apfel
Heu für eine Auflaufform
Salz und Pfeffer
Zitrone

für die Kräuterbutter:
1 El gehackte Petersilie
1 EL gehackter Schnittlauch
1 El gehackter Basilikum
1 El gehackter Thymian
wäre kein Pferd anwesend könnte man auch Knoblauch oder blanchierte Echalotte hinzugeben.
125 g weiche Butter

Auch diese Zubereitung ist denkbar einfach. Jekylla pumpt ihr Pferd einfach um zwei Hände voll trockenen Heues an. Rudolf* wird sicherlich „Ja!“ sagen, denn es ist ja für die Sache und zu gutem Essen mit Heu angereichert, sagt ein Brauner niemals „nein!“ Dieses Heu wird in einer ofenfesten Form ausgebreitet. Darauf kommt einerseits die Lachsfilet-Tranche für Jekylla, die leicht gesalzen und gepfeffert und gesäuert wurde, andererseits der einmal quer durchgeschnittene Apfel für den Braunen. Sollte das Pferd auch Fisch mögen, was nach den bisherigen Reporten von Jekylla nicht gänzlich unwahrscheinlich ist, bleibt der Apfel für’s Frühstück erhalten und sie ergänzt des Pferdes Mahl um eine weitere Lachs-Tranche. Auf den Boden der Form wird etwas Wasser angegossen und alles wandert für ca. 15 Minuten in den Ofen bei 250 Grad Celsius. Währenddessen werden etwas frischer Thymian, Kerbel, Petersilie, Schnittlauch, Salz und Pfeffer und etwas Öl mit dem Pürierstab gemixt und unter die weiche Butter gerührt, diese nochmals kaltstellen und später über den warmen Fisch alternativ den Apfel gegeben. Dem lieben Gaul zuliebe wurden hier auf hässliche Knollengewächse wie Zwiebeln und Knoblauch verzichtet, dies sei ausdrücklich betont! Als Beilage könnte Jekylla zufällig klein gewürfelte Kartoffeln und Möhren kurz in etwas Brühe mit einem Stück Butter zart aber knackig gedünstet haben. Oder einen frischen knackigen Salat servieren. Ganz nach des schönen Braunen Vorlieben.

Das Essen wird gekrönt von einem gerösteten Dessert, denn wir wissen: Rudolf* trinkt ja gerne mal ein Tässchen! Zum Nachtisch kommt das, was kommen muss bei des Rudolfs* Vorlieben:

eine „Cappuccino-Panna Cotta“.

12 Kaffeebohnen
2 El Zucker
2 Becher Schlagsahne
3 Blätter Gelatine (für Vegetarier, wie der Currywurst-Junkie Rudolf* bekennend ist, nimmt man 1 Beutel Agartine (AgarAgar).

Hierzu kauft Jekylla bei dem Café-Shop ihres Vertrauens einen Cappuccio to go und genießt diesen ohne Hast und mit viel Verstand. Dabei leiert sie dem Café-Händler ihres Vertrauens charmant eine Handvoll Espresso-Bohnen aus dem Leib. Diese Espresso-Bohnen röstet sie nur sehr kurz (1 Minute) in der Pfanne an. Die Bohnen gibt sie sodann in 500 g Sahne mit sehr knappen 2 El Zucker und kocht diese auf. Die Sahne kommt mit den Bohnen über Nacht (drei Stunden reichen auch) in den Kühlschrank zum Durchziehen und wird am nächsten Morgen gesiebt. 3 Blätter Gelatine werden in etwas Wasser 5 Minuten aufgeweicht, leicht erwärmt bis sie aufgelöst sind, unter die Sahne gemischt und in Formen abgefüllt. Diese werden bis zum Servieren kalt gestellt.

Dazu reicht die Gastgeberin von Welt für sich ein nettes Säftchen mit erdigem Aroma und fruchtigem Abgang aus einer hübschen orangenen Erdwurzel. Ein gutes stilles Wasser im zierlichen Eimerbehältnis darf es für Rudolf* sein.

Und wenn dann beide gemeinsam gut gespeist, sich dabei tief verstehend in die Augen geblickt haben und sich ihrer ewigen Liebe und Zuneigung für einander bestätigt haben, dann steht einem unbefangenen gesunden Start in ein neues Jahr 2011 mit viel Freude an der Gemeinsamkeit nichts mehr im Wege!

Und so schließe ich dieses Blogwichtel und wünsche Jekylla und Rudolf* ein wunderschönes Weihnachtsfest und einen gesunden Rutsch in eine hoffentlich immer ärgerfreies, fröhliches und wunderschönes neues Jahr 2011! Mögen davon noch viele weitere folgen!

*Rudolf heißt natürlich nur zu Weihnachten Rudolf und hört sonst auf den attraktiven Namen Rocketman, mag Currywurst, Burger und Milchkaffee und kommt für ein Pferd halt nicht von diesem Stern!

——————————————————————————————————–

Der große Loriot-Podcasth-Weihnachths-Wettbewerb

29. November 2010
von jekylla

Sie kennen doch alle den einzigartigen Sketch von Loriot, respektive Evelyn Hamann, der Unvergesslichen, in dem sie die Ansage mit Zusammenfassung eines englischen Mehrteilers macht. Nein? Dann schauen Sie:

Ich dachte mir, das könnte man doch mal probieren, nachzulesen, gerne auch mit einem Glas Wein vorher, das lockert die Zunge. Aber alleine würde mir das nicht so viel Spass machen, was heißen soll, wer macht sich schon gern allein zum Horst?

Sollte sich also noch jemand finden, der das im Rahmen eines Podcasts auch lesen würde, würde ich es tun. Damit Ihnen die Entscheidung leichter fällt, hier der Text:

___________________________________________________________________________________________

„Guten Abend, meine Damen und Herren!

Heute sehen Sie die achte Folge unseres sechzehnteiligen englischen Fernsehkrimis „Die zwei Cousinen“. Zunächst eine kurze Übersicht über den Handlungsablauf der bisher gesendeten sieben Folgen.

Auf dem Landsitz North Cothelstone Hall von Lord und Lady Hesketh-Fortescue befinden sich außer dem jüngsten Sohn Meredith auch die Cousinen Priscilla und Gwyneth Molesworth aus den benachbarten Ortschaften Nether Addlethorpe und Middle Fritham, ferner ein Onkel von Lady Hesketh-Fortescue, der neunundsiebzigjährige Jasper Fetherston, dessen Besitz Thrumpton Castle zur Zeit an Lord Molesworth-Houghton, einen Vetter von Priscilla und Gwyneth Molesworth, vermietet ist.

Gwyneth Molesworth hatte für Lord Hesketh-Fortescue in Nether Addlethorpe einen Schlips besorgt, ihn aber bei Lord Molesworth-Houghton liegengelassen. Lady Hesketh-Fortescue verdächtigt ihren Gatten, das letzte Wochenende mit Priscilla Molesworth in Middle Fritham verbracht zu haben. Gleichzeitig findet Meredith Hesketh-Fortescue auf einer Kutschfahrt mit Jasper Fetherston von Middle Fritham nach North Cothelstone Hall in Thrumpton Castle den Schlips aus Nether Addlethorpe.

Nach einer dramatischen Auseinandersetzung zwischen Lady Hesketh-Fortescue und Priscilla Molesworth in North Cothelstone Hall eilt Gwyneth Molesworth nach dem zwei Meilen entfernten South Thoresby, um ihre Tanten Amelie Hollingworth und Lucinda Satterthwaite aufzusuchen.

Diese sind jedoch nach North Thurston zu ihrem Schwager Thomas Thatcham gefahren, der als Gärtner in Thrumpton Castle bei Lord Molesworth-Houghton arbeitet.

Gwyneth Molesworth fährt nach North Cothelstone Hall zurück, aber nicht über Middle Addlethorpe, sondern über North Thurston, Thrumpton Castle, Middle Fritham und Nether Addlethorpe. Dort trifft sie Priscilla Molesworth, die mit Lord Molesworth-Houghton noch nachts von Middle Fritham nach North Cothelstone Hall fahren wollte… „

___________________________________________________________________________________________

Na, wie sieht es aus? Einfach nur mal runterlesen und hören, wie es wird? ;)

Mehr über den Helden meiner Kindheit hier und kaufen kann man da unglaublich viele großartige Sachen oder schreiben Sie doch einfach die etwas „andere“ Email.

Aber zusammen waren sie unglaublich, der Vicco von Bülow und Frau Hoppenstedt. Deren Leben erst einen Sinn durch das Jodeldiplom bekam. Früher war eben einfach mehr Lametta.

Edit: Der Herr tobybaier und die Frau Singlemama waren superfix, deswegen liefere ich nur nach. Nicht geprobt, nicht geschnitten, die Tastatur besabbert und Spaß gehabt:

Und hier der von Herrn tobybaier.

Und hier der von Frau Singlemama.

Und hier der von Herrn ol_sen.

Und hier der von Herrn textundblog, halten Sie sich fest, das ist großes spanisches Gefühlskino

Und der hier von Herrn Curi0us.

Und hier hat FrauRausHH alles gegeben.

Und hier einer von Herrn dhaunsch.

Und hier eine Variante in Hessisch.

Dann hätten wir hier den Herrn Foxxibaer mit der schwäbischen Ansage.

Und hier eine sehr seriöse Variante von Herrn probek.

Auch Herr emathion hat sich hier versucht, charming.

Und hier mit absolutem Geschwindigkeitsrekord Frau Maria_Berlin !

Der Herr Wickie hat sich hier auch getraut, da hätt mer den bayerischen Einschlag.

Ein Rekordbrechungsversuch von Herrn uiuiuiuiuiui dann hier, eindeutig SEHR schnell, Ende überholt ihn der Ehrgeiz :-)

Den Herr Heiko Kuschel hat auch der Ehrgeiz gepackt, er hat sich hier und hier in einer Turboausgabe versucht und nie aufgegeben.

Die Barmbek Basch Variante von @michaelhein ist hier zu finden. Mit Schlipth.

Dem Herrn wacho_chorro hört man hier am Ende ein wenig die Verzweiflung an.

De oberbergische Version finden Se hier von Frau Pauliane.

Ich glaube, hier ist die bisher netto schnellste Version von Herrn dhaunsch.

Einfach mitlachen musste ich hier bei Herrn thePB.

Der wohl auch die Frau Elefantlisa von der JMG Times animiert hat, das hier durchzuziehen.

Sehr gediegen und very british hier bei Herrn Beamish.

Und aufgrund der aggressiven Werbung für das Projekt durch Herrn thePB hat sich hier der Nici aus dem Schwobeländle versucht.

Und latht, but not leastht, hier der einzigartige und einzige Videocast der zauberhaften Frau H.T.! Aber pscht, das ist ein geheimer Link!

Der Turm der Türme – Burj Khalifa

26. November 2010
von jekylla

Da war ich. ‏برج خليفة . Auf dem Burdsch Chalifa. Dem anerkannt höchsten freistehenden Gebäude der Welt. Der mal Burj Dubai hieß. Bis vor der Eröffnung.

Die relevanten technischen Daten finden Sie hier, ich persönlich kann nur erzählen, dass man als Besucher bis auf die Aussichtsplattform auf dem 124. Stock kommt. Rundum verglast, auf der einen Seite oben offen, auf der anderen Seite geschlossen. Und fest steht: man kann sehr weit sehen. Und es ist unbestritten hoch.

Wenn man allerdings in der Dubai Marina im 41. Stock wohnt und umgeben ist von Häusern, die nicht weniger hoch sind als das, in dem man wohnt, ist man nicht ganz so beeindruckt vom Burj, wie man glaubt. Er ist halt höher. Und der Fahrstuhl schneller und es gibt Druck auf den Ohren. Die Höhenängstlichen unter Ihnen könnten problemlos mit dem Fahrstuhl fahren, der ist nämlich leider nicht verglast. Sie sehen nur die Stockwerksanzeige. Auf der Plattform siehts dann wohl anders aus.

Und dieses hier aus dem verglasten Teil der Aussichtsplattform, daher etwas (Achtung!) unscharf :-)

Dass der Turm also jetzt heisst, wie er heisst, liegt wohl vorwiegend an der Tatsache, dass dem Herrn bin Raschid al-Maktum aufgrund der Vielzahl seiner visionären Projekte die finanzielle Puste ausging und der nicht ganz so visionäre, aber auch dementsprechend flüssigere Nachbarscheich von Abu Dhabi, Herr Chalifa bin Zayid Al Nahyan eingesprungen ist.

Übrigens war ich vor gefühlt 100 Jahren auf dem damals höchsten freistehenden Gebäude der Welt, dem CN Tower in Toronto. Der hatte für Besucher der Aussichtsplattform ein kleines Gimmick, nämlich eine dicke Plexiglasscheibe, auf die man sich stellen konnte und unter den Füßen ging es dann sichtmässig steil nach unten. Das war … ein merkwürdiges Gefühl, selbst für mich Höhenfuchs.
Aber im Ernst: ob nun knapp 600 Meter oder knapp 900 Meter – gefühlt macht das nicht viel aus. Das ist aber wohl auch so ein Männerding…

Nicht erschrecken, ich bins wieder

25. November 2010
von jekylla

Ich weiß, es hat lange gedauert. Und es war auch nicht so, dass nichts passiert ist. Aber erst ist nur wenig passiert und dann hintereinander alles.

In Kurzform:
Umgezogen, in Urlaub gewesen, mehrfach Hamburg besucht, festgestellt, dass Gelsenkirchen nicht zu den schöneren Städten gehört und sehr wenig Autobahnabfahrtsschilder hat, wenn man von Essen-Bredeney kommt (nämlich genau eins), mich über den ein oder anderen geärgert oder gefreut, genervt gewesen, dann erkältet und endlich dann mal bei Frau creezy Blogwichtelei angemeldet (die ich Ihnen sehr ans Herz legen möchte. Nachher.)

Urlaub: mit Muddi in Dubai. Sieben Tage ohne Regenschirm. Safran gekauft (entspricht in etwa dem 22K-Goldpreis) und wild entschlossen, den auch zu verkochen. Apropos Kochen: am letzten Abend wollten wir uns dinnermäßig was gönnen und gingen wie letztes Jahr zum Butcher’s Steak&Grill, einer südafrikanischen Edel-Grill-Kette, die sich eines guten Rufs erfreut, da waren wir letztes Jahr schon. Und zufrieden.

Muddi ordert also ein Ladies Steak medium, ich eins medium-rare. Mit Kartoffelpü. Essen kommt, erster Bissen Pü – kalt. Herr Ober, das ist kalt. Er entschuldigt sich, nimmt den Batzen Pü vom Teller und entschwindet. Nach zwei Bissen Steak im Kern angelangt – kalt. Richtig kalt. Nicht lauwarm, nicht handwarm – kalt.
Der Herr Ober kommt gerade mit einem warmen Batzen Pü wieder: Herr Ober, das Steak ist kalt, mein Appetit hat sich erledigt. Er nimmt Steak und Pü, entschwindet. Als nächstes kommt der Manager. Was mein Problem wäre. Kaltes Pü und kaltes Steak.

Und nun etwas, was ich in all meinen Steak-medium-rare-Jahren noch nie gehört habe: bei medium-rare ist das kalt innen. Das ist so. Gourmetküche. Haha.

Sie können sich vorstellen, dass ich ob dieser Belehrung so richtig in Fahrt gekommen bin. Wenn ich kaltes rohes Fleisch essen will, bestelle ich Carpaccio. Und die Koinzidenz, dass auch das Pü kalt war, welches ich nicht medium-rare bestellt hatte, tangierte den Herrn Oberlehrermanager auch nicht weiter. Egal. Mit sauertöpfischem Gesicht musste er hinnehmen, dass ich das Steak nicht noch mal nachaufgetoastet haben wollte und außer dem nogedrungen angebotenen Espresso („der ist aber dann heiß, ja?“) nichts mehr wollte. Natürlich auch die knapp 40 Euro Rechnung nicht. Für ein 200 g Steak. Mit einem mittelkleinen Batzen Pü. Danke, aber NEIN, danke.

Um noch mal aufs Blogwichteln zurückzukommen: ja, ich weiß, kaum mal nach Äonen hier wieder was reingemalt und schon Forderungen stellen, aber tun Sie sich selbst einen Gefallen und machen mit und zwar dort!
Ich hatte es letztes Jahr hier für Blondinen und Ikebana-Liebhaber mal erklärt, als der Blogwichtel-Gründervater, Herr Hollemann, der leider von uns gegangen leider selbst nicht mehr bloggt.

Da fällt mir ein, der Herr Hollemann schuldet mir noch ein Faß merkwürdiges fränkisches Bier. Ich werde ihn wohl aufspüren müssen. Wahrscheinlich hat er deswegen aufgehört zu bloggen, er hatte Angst vor der Übergabe.

Herrschaften! Dem Pferd geht es schmiedtechnisch wieder gut, der Rechtsstreit mit dem Pfuscher ist noch im Gange, der Winter kommt und gerade fällt mir ein, dass der Herr Adama und ich ja wirklich mal… reden sollten. Über dies und das.

Umzug: lief alles großartig. Die Möbelpacker waren super, Umzug war in 5 Stunden durch, am nächsten Tag standen die wesentlichen Sachen auch an ihrem Platz. Tolle Wohnung. Wenn man die Heizung anmacht, geht sie innerhalb von wenigen Sekunden an! Und ich habe bisher keine felltragenden Mitbewohner über mir gehört. Und die nette Omma Wanda aus dem Vorderhaus hat schon zwei Pakete für mich angenommen. Die Wohnung ist toll. Und wenn ich mich noch dazu aufraffen kann, mein Schreibtischgedöns inklusive Papiersammlung endlich zu ordnen, hab ichs geschafft. Bis auf die zwei Schränke, die ich noch zusammenbasteln muss. Am Wochenende. Es wird spannend.

Und wissen Sie, was ich vor noch 72 Stunden gemacht habe?

*seufz*

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.